enventa Trade ERP ist eines der Branchensysteme im Produktionsverbindungshandel. Es ist auf genau die Abläufe zugeschnitten, die im technischen Handel anfallen, und bringt Branchenschnittstellen von E/D/E über NORDWEST bis nexMart bereits mit. Nach Herstellerangabe arbeiten über 390 Unternehmen damit.
Zum System gehört mit dem Trade eShop auch ein eigener B2B-Webshop. Für viele Händler ist das die passende Lösung. Für andere nicht, und dann beginnt die eigentliche Frage.
Wenn der mitgelieferte Shop nicht die Antwort ist
Es gibt gute Gründe, neben enventa einen eigenen Shop zu betreiben:
- Ihr habt bereits einen Shop, der funktioniert und auf den eure Kunden eingestellt sind.
- Ihr braucht ein Frontend, das sich deutlich von anderen Händlern unterscheidet.
- Ihr habt Anforderungen, die über den Standard hinausgehen: Konfiguratoren, eigene Kundenportale, besondere Bestellwege, Anbindung an Marktplätze.
- Ihr wollt bei der Wahl des Shopsystems unabhängig von der ERP-Entscheidung bleiben.
In all diesen Fällen bleibt enventa das führende System für Artikel, Preise, Bestände und Aufträge, und der Shop ist das Schaufenster davor. Die Aufgabe heißt dann: beide sauber miteinander reden lassen.
Was zwischen ERP und Shop fließen muss
Artikel und Stammdaten. Aus dem ERP in den Shop, meist ergänzt um beschreibende Daten aus Katalog- und Verbandsquellen. Dabei ist zu klären, welche Artikel überhaupt online gehören: Ein Sortiment aus dem ERP unbesehen in den Shop zu spiegeln führt selten zu einem guten Ergebnis.
Preise. Der anspruchsvollste Teil. Listenpreise, Kundenpreise, Staffeln, Aktionen und Rahmenverträge liegen im ERP. Der Shop muss zeigen, was für den angemeldeten Kunden tatsächlich gilt. Dafür gibt es zwei Wege: Preise vorab übertragen oder sie im Moment des Aufrufs live abfragen. Die Entscheidung hängt an Sortimentsgröße, Anzahl der Konditionen und daran, wie schnell die Seite sein soll.
Bestände und Verfügbarkeit. Eigenes Lager, Lieferantenbestand, Verbundlager. Hier gilt dasselbe: Übertragung in Intervallen oder Live-Abfrage, mit einem sinnvollen Verhalten für den Fall, dass die Abfrage einmal nicht antwortet.
Aufträge. Vom Shop zurück ins ERP, idealerweise so, dass sie dort ohne Nacharbeit weiterlaufen. Das ist die Strecke, an der sich zeigt, ob eine Anbindung wirklich fertig ist.
Kundendaten und Konditionen. Wer darf sich anmelden, welche Preisgruppe gilt, welche Lieferadressen sind hinterlegt, wer darf im Kundenunternehmen freigeben.
Worauf es in der Praxis ankommt
Live oder übertragen. Live-Abfragen sind immer aktuell und machen den Shop abhängig von der Erreichbarkeit des ERP. Übertragene Daten sind schnell und können veralten. Meist ist eine Mischung richtig: Stammdaten übertragen, Preise und Bestände live, mit einem zwischengelagerten Stand als Rückfallebene.
Last auf dem ERP. Ein Shop fragt anders an als ein Sachbearbeiter. Hundert gleichzeitige Besucher auf einer Kategorieseite können mehr Abfragen erzeugen als ein ganzer Vormittag im Innendienst. Das gehört vor dem Livegang gemessen, nicht danach.
Nachvollziehbarkeit. Wenn ein Auftrag nicht im ERP ankommt, muss erkennbar sein, wo er hängt. Eine Anbindung ohne Protokollierung und Wiederholungslogik ist eine Anbindung, die irgendwann still ausfällt.
Updates auf beiden Seiten. ERP und Shop werden unabhängig voneinander aktualisiert. Die Verbindung dazwischen muss so gebaut sein, dass ein Update nicht beide Seiten gleichzeitig stilllegt.
Wie wir dabei vorgehen
Wir klären zuerst, welche Wege enventa in eurer Installation tatsächlich anbietet, denn das unterscheidet sich je nach Version und Modulen. Danach legen wir pro Datenart fest, in welche Richtung sie fließt, wie aktuell sie sein muss und was passiert, wenn die Gegenseite gerade nicht antwortet.
Die Anbindung bauen wir mit Protokoll und Wiederholung auf und überwachen sie danach, damit Ausfälle auffallen, bevor ein Kunde anruft. Wir arbeiten dabei plattformoffen: Shopware, Shopify, Magento, JTL oder eine Eigenentwicklung auf PHP und Symfony.

