WordPress ist das Redaktionssystem, mit dem die meisten Teams ohnehin umgehen können: Ratgeber, Kaufberatung, Vergleiche, Über-uns-Seiten, dazu ein ausgereiftes SEO-Plugin und ein Seiteneditor, den niemand erklären muss. Shopware ist der Shop: Produkte, Preise, Warenkorb, Bestellungen, Schnittstellen zur Warenwirtschaft.
Beides zusammen ist für viele Händler im technischen Fachhandel die richtige Kombination. Die Frage ist nur, wie man die beiden Systeme so verbindet, dass sie für Kunden und für Google wie eine Website wirken.
Was das im Shop-Alltag bedeutet
Ohne Verbindung sind es zwei Welten. Der Ratgeber erklärt, worauf es bei einem Produkt ankommt, verlinkt aber auf eine Produktseite, deren Preis sich inzwischen geändert hat. Die Navigation im Shop zeigt andere Einträge als die im Ratgeber. Wer einen Menüpunkt umbenennen will, braucht dafür zwei Stellen und im Shop meist einen Entwickler.
Mit Verbindung wird daraus: Dein Team schreibt den Ratgeber in WordPress und setzt die passenden Produkte als Bausteine in den Text. Preis, Bild und Verfügbarkeit kommen live aus dem Shop. Die Hauptnavigation wird einmal in WordPress gepflegt und erscheint identisch im Shop, auf dem Desktop und im mobilen Menü. Besucher merken nicht, dass sie zwischen zwei Systemen wechseln.
Die drei Wege
Blog-Plugin im Shop. Shopware hat keinen eigenen Blog, dafür gibt es Erweiterungen im Store. Der einfachste Weg für kleine Mengen an Inhalt. Grenzen: Die Redaktion arbeitet im Shop-Admin, Freigaben und Rollen sind dünn, das SEO-Werkzeug ist mit WordPress nicht vergleichbar, und jede Erweiterung bringt laufende Kosten und Update-Aufwand mit.
WordPress auf einer Subdomain. ratgeber.deine-domain.de neben dem Shop. Technisch
sauber getrennt, schnell aufgesetzt. Der Preis: Google behandelt die Subdomain weitgehend
als eigenen Auftritt. Die Sichtbarkeit, die der Ratgeber aufbaut, zahlt nur zum Teil auf den
Shop ein. Dazu kommen zwei Cookie-Banner, zwei Navigationen und zwei Stellen, an denen
Rechtstexte gepflegt werden.
WordPress führt die Domain, der Shop liegt unter /shop/. Ratgeber, Kaufberatung und
Startseite laufen in WordPress auf deine-domain.de, der Shop vollständig unter
deine-domain.de/shop/. Eine Domain, ein SEO-Profil, ein Consent. Der Preis ist Technik:
Pfad-Routing am Rand der Infrastruktur, Cookie-Disziplin, zwei Systeme, die sich abstimmen
müssen. Dafür bekommst du die Redaktion komplett vom Shop entkoppelt.
Diesen dritten Weg bauen wir, wenn Content ein fester Teil des Vertriebs ist.
Wie wir das bauen
Routing. Vor beiden Systemen steht ein CDN. Alles unter /shop/ geht an Shopware,
alles andere an WordPress. Shopware läuft dabei mit /shop als Teil seiner Adresse, so dass
jeder Link im Shop von sich aus richtig ist. Medien, Theme-Dateien und die Sitemap des Shops
liegen auf eigenen Pfaden, die für WordPress reserviert sind.
Ein SEO-Plugin, klare Zuständigkeiten. WordPress liefert die robots.txt mit den
Sitemaps beider Systeme und das Organisations-Markup. Artikel-Markup kommt aus WordPress,
Produkt-Markup aus dem Shop, jedes System setzt seine eigenen Canonicals. So gibt es keine
doppelten Inhalte und keine widersprüchlichen Signale.
Navigation aus WordPress. Dein Team pflegt das Hauptmenü unter Design → Menüs. Unser Connector meldet die Änderung an den Shop, der Shop holt das Menü ab, speichert es und rendert Header und mobiles Menü nur aus dieser Kopie. Fällt WordPress einmal aus, bleibt die Navigation im Shop stehen. Es gibt keinen Live-Abruf beim Seitenaufbau.
Produkte im Ratgeber. WordPress speichert nur die Produkt-IDs. Beim Rendern holt der Connector Name, Preis und Bild über die Store-API des Shops und liefert fertiges HTML aus, das auch Google liest. Ein Zwischenspeicher hält die Daten einige Minuten, eine Reserve bleibt für den Fall, dass der Shop gerade nicht antwortet. Ändert sich ein Produkt, sagt der Shop WordPress Bescheid und der Speicher wird geleert. Als Bausteine stehen Einzelprodukt, Produktliste, Vergleichstabelle und ein Handlungsaufruf zur Verfügung, im Seiteneditor und als Shortcode.
Betrieb aus einer Hand. Beide Systeme laufen in demselben Cloud-Account, mit einer Pipeline je System, gemeinsamem Monitoring und einem Ansprechpartner. Was dazu gehört, steht unter Hosting und Betrieb und Monitoring.
Wie wir dahin gekommen sind und was noch offen ist, steht in drei Beiträgen: Ratgeber und Shop unter einer Domain, Shopware-Produkte im Ratgeber zeigen und Eine Navigation für Shop und Ratgeber.
Woran du erkennst, dass das Setup zu dir passt
- Es gibt jemanden im Haus, der regelmäßig schreibt oder schreiben lassen will: Ratgeber, Kaufberatung, Branchenwissen.
- Produkte sollen im Text auftauchen, mit aktuellem Preis, nicht als Screenshot.
- Dein Shop ist mit Warenwirtschaft oder ERP verbunden, und der Ratgeber soll auf dieselbe Domain einzahlen wie der Shop.
- Ein Partner soll beide Systeme betreiben, statt dass Hoster, Agentur und WordPress-Freelancer nebeneinander arbeiten.
Trifft nur der erste Punkt zu und der Rest ist offen, reicht oft ein Blog-Plugin oder eine Subdomain. Das sagen wir dir dann auch.
Wie wir dabei vorgehen
Wir schauen uns zuerst an, welche Inhalte es heute gibt und wer sie pflegt. Daraus ergibt sich, ob der Aufwand für eine gemeinsame Domain gerechtfertigt ist. Dann richten wir Routing, beide Systeme und den Connector auf einer Testumgebung ein, prüfen Navigation, Produktbausteine, Cookies und Sitemaps anhand einer festen Abnahmeliste und gehen erst dann live.
Wenn du mit einem bestehenden Shop startest, bleibt der Shop unter seiner heutigen Adresse erreichbar, bis die Weiterleitungen stehen.

