Online-Shop im PV- und Elektrogroßhandel: Was der Installateur im Shop erwartet
Online-Shop im PV- und Elektrogroßhandel: was Installateure im B2B-Shop erwarten, von der Bestellung aus der Handwerkersoftware über IDS und DATANORM bis zu echten Beständen.
Sieben Uhr morgens, ein Installateur sitzt im Büro über der Kalkulation für eine Dachanlage. Vierundzwanzig Module, ein Wechselrichter, Speicher, Unterkonstruktion, Kabel und Kleinteile, am Freitag muss alles auf der Baustelle sein. Die Stückliste steht in seiner Handwerkersoftware.
Jetzt hat er zwei Möglichkeiten. Er tippt fünfzig Positionen in den Shop seines Großhändlers ab und hofft, dass die Verfügbarkeitsangabe stimmt. Oder er übernimmt die Liste aus seiner Software in den Shop, statt jede Position erneut einzugeben. Damit er dort auch seine Preise und einen belastbaren Liefertermin sieht, muss der Shop zusätzlich auf aktuelle Preis- und Lieferdaten zugreifen können.
Wenn mehrere Großhändler die passenden Komponenten anbieten, zählt neben dem Preis auch, wie einfach und verlässlich die Bestellung läuft. Muss der Installateur Positionen abtippen oder Lieferzeiten telefonisch klären, bleibt zusätzliche Arbeit an ihm hängen.
Vorweg, damit das klar ist: Ich habe nicht zehn PV-Großhändler betreut. Was ich mitbringe, sind Shops unter Last und viele Jahre Arbeit an Schnittstellen zu Systemen, die uns nicht gehören. Aus dieser Erfahrung schaue ich darauf, wie ein Shop Routinebestellungen erleichtern und verlässliche Informationen liefern kann. Ich gehe sie aus drei Blickwinkeln durch. Welche Grundausstattung jeder Online-Shop braucht, egal in welcher Branche, steht in Was ein Online-Shop können muss. Hier geht es um das, was im PV- und Elektrogroßhandel dazukommt.
Für dich als Unternehmer
Verlässliche Lieferangaben helfen bei der Planung. Wenn Material am Freitag auf der Baustelle sein muss, reicht ein grüner Punkt für „verfügbar“ nicht. Der Shop soll zeigen, wann die Ware beim Kunden ankommen kann. Dafür braucht es aktuelle Bestände, berücksichtigte Reservierungen und bekannte Lieferzeiten, auch bei Ware vom Lieferanten. Ein Lieferantenbestand allein ist noch keine Lieferzusage. Je belastbarer die Angaben sind, desto seltener muss dein Innendienst Routinefragen zur Lieferfähigkeit beantworten.
Der Shop ist der Kanal für Routine, der Innendienst für Beratung. Wer eine bekannte Anlage erneut bestellt, braucht dafür nicht jedes Mal ein Beratungsgespräch, sondern einen kurzen, verlässlichen Bestellweg. Jede Routinebestellung, die ohne Telefon durchgeht, gibt deinem Innendienst Zeit für die Anlagen, bei denen Beratung wirklich den Unterschied macht.
Kundenpreise nicht doppelt pflegen. Modulpreise bewegen sich schnell, dazu kommen Fachpartnerstufen und Projektpreise. Wenn dein ERP, das zentrale System für Warenwirtschaft und Auftragsabwicklung, die Preise vorgibt, soll der Shop sie von dort übernehmen. Damit Angebot, Bestellung und Rechnung zusammenpassen, muss außerdem klar sein, welche Preisregeln gelten und wann ein Preis verbindlich übernommen wird.
Auf absehbare Lastspitzen vorbereiten. Förderprogramme, Preisrunden und Saisonstart können zusätzliche Bestellungen auslösen. Nicht jede Spitze ist vorhersehbar. Bei bekannten Terminen lässt sich aber vorab prüfen, ob Shop und ERP die erwartete Last tragen.
Für dich, wenn du den Shop im Alltag betreust
Hier geht es um den Weg des Installateurs durch den Shop und darum, was dein Innendienst sieht, wenn etwas hakt.
Bestellung aus der Handwerkersoftware. Der Installateur soll Artikellisten und Bestelldaten nicht erneut eingeben müssen. Je nach Handwerkersoftware wechselt er direkt in deinen Shop und übernimmt den Warenkorb zurück oder tauscht Dateien mit deinem Unternehmen aus. Für solche Abläufe gibt es unter anderem IDS und UGL. Was darüber möglich ist, hängt von der Software und der konkreten Anbindung ab. Welche Verbindungen du brauchst, richtet sich danach, wie deine Kunden tatsächlich arbeiten.
Schnellbestellung und Projektlisten. Wer die Artikelnummer kennt, tippt sie ein oder lädt eine Liste hoch, ohne sich durch mehrere Kategorien zu klicken. Projektlisten helfen, Material einer Baustelle zuzuordnen und später gezielt nachzubestellen. Eine frühere Bestellung soll sich als Vorlage übernehmen und anpassen lassen, statt sie komplett neu zusammenzustellen.
Anlagen statt Einzelartikel. Modul, Wechselrichter, Speicher und Unterkonstruktion müssen zusammenpassen. Sets und Auswahlhilfen erleichtern die Zusammenstellung. Soll der Shop auch die technische Kompatibilität prüfen, braucht er dafür gepflegte Regeln und Produktdaten sowie eine klare Zuständigkeit für deren Aktualisierung. Ein Set allein ersetzt diese Prüfung nicht. Eine Anlage sind schnell fünfzig Positionen. Warenkorb, Angebot und Übergabe ans ERP müssen das tragen.
Datenblätter und Zertifikate am Artikel. Der Installateur braucht sie für Anmeldung und Abnahme. Findet er sie direkt beim Artikel, spart er den Umweg über die Herstellerseite, und das merkt er sich.
Mobil auf der Baustelle. Fehlendes Material fällt oft erst auf der Baustelle auf. Suche, Verfügbarkeit und Bestellung sollen deshalb auch auf dem Handy und bei schwachem Empfang möglichst wenig Ladezeit und Eingaben brauchen.
Wenn etwas hakt, siehst du, wo. Eine UGL-Datei, die wegen eines Feldes klemmt, soll nicht in einem Postfach liegen, bis der Kunde anruft. Übergaben sollen nachvollziehbar protokolliert werden. Dein Innendienst braucht eine verständliche Meldung, wenn ein Vorgang hängen bleibt, und einen klaren Weg, ihn weiterzubearbeiten.
Für deine IT
Welche Schnittstellen die Kunden brauchen. DATANORM überträgt Artikelstammdaten vom Großhandel in die Handwerkersoftware, damit der Betrieb kalkulieren kann. UGL überträgt Vorgänge als Datei mit fester Satzlänge. IDS überträgt einen Warenkorb per Sprung in den Shop und zurück. OCI ermöglicht den Katalogzugriff aus einem Beschaffungssystem und die Rückgabe des Warenkorbs dorthin, etwa bei Industriekunden. Welche davon eure Kunden tatsächlich nutzen, lässt sich vorher erheben, statt es zu raten.
ERP-Anbindung: live abfragen oder übertragen. Bestände und Preise live aus dem ERP zu holen ist am aktuellsten, legt aber bei jeder Produktseite Last auf das ERP. Übertragen ist schonender, dafür muss klar sein, wie alt die Daten im Shop höchstens sein dürfen. In beiden Fällen gehören Protokoll, Wiederholung und ein Alarm bei Stillstand dazu. Wie wir das entscheiden, steht unter ERP-Anbindung.
Große Kataloge und große Warenkörbe. Zehntausende Artikel mit Attributen, Kundenpreise pro Position, fünfzig Positionen im Warenkorb mit Preisermittlung aus dem ERP. Das braucht Caching an den richtigen Stellen und eine Preislogik, die nicht bei jedem Klick das ERP fragt. Mehr dazu unter Kundenindividuelle Preise.
Lastspitzen vorab testen. Vor einem bekannten Termin lässt sich die erwartete Nutzung mit einem Lasttest gegen Shop und Schnittstellen prüfen. So werden Engpässe sichtbar, bevor Kunden darauf stoßen, und das Team kann gezielt nachbessern. Siehe Performance.
Sehen, ob Bestellungen und Datenübertragungen funktionieren. Zum Monitoring gehören neben Erreichbarkeit und Antwortzeiten auch eingehende Bestellungen und der Zustand der tatsächlich genutzten Schnittstellen. Welche Kennzahlen und Meldungen Geschäftsführung, Innendienst und IT brauchen, wird vorher geklärt. Ein technisches Dashboard allein hilft nicht jedem bei seiner Arbeit. Was dazugehört, steht unter Shop-Monitoring.
Shopware oder Sylius. Bei Shopware lohnt sich der Blick darauf, wie weit Standardfunktionen und passende B2B-Erweiterungen die Anforderungen abdecken. Sylius bietet eine Grundlage, wenn viele Abläufe individuell entwickelt werden müssen. Die Entscheidung fällt aber nicht an einer einzelnen Funktion: Vorhandene Systeme, Anlagenlogik, Preisfindung, Produktpflege und laufender Wartungsaufwand gehören gemeinsam auf den Tisch. Für beide gelten dieselben Ansprüche an einen verlässlichen Betrieb.
Wie wir das machen
Wir übernehmen den Shop, den ihr habt, und entwickeln ihn in planbaren Etappen weiter, mit Betrieb, Schnittstellen und Monitoring aus einer Hand. Eure IT kennt das ERP und die Unternehmenssysteme, wir übernehmen die Commerce-Seite, und wer welche Entscheidung trifft, ist vorher geklärt.
Was in dieser Branche sonst noch dazugehört, von Kundenpreisen bis zu den Schnittstellen im Detail, steht auf der Seite Online-Shop für PV- und Elektrotechnik. Wenn du wissen willst, wie dein Shop bei einem Installateur um sieben Uhr morgens abschneidet: Der Shop-Selbsttest dauert rund drei Minuten und braucht keinen Termin.

